Schreibe mit Uns im Chat

Montag - Freitag 09-17 Uhr

Cannabis Studien & Forschung

Wann ist eine Cannabistherapie sinnvoll und welche Möglichkeiten bietet sie?

Die Reaktionen auf das Stichwort Cannabistherapie sind in Deutschland noch immer zwiegespalten. Während Befürworter:innen medizinisches Cannabis als Allheilmittel preisen, verteufeln Gegner:innen Cannabis weiterhin als Droge. Wer allerdings über die Therapiemöglichkeiten durch Cannabis spricht, sollte politische Positionen zunächst einmal aus dem Bilde lassen.

In diesem Artikel geben wir einen Überblick darüber, wer sich Cannabis vom Arzt verschreiben lassen kann, welche Krankheitsbilder erfolgreich mit Cannabis behandelt werden und wo Betroffene einen Cannabis Arzt ihres Vertrauens finden können.

Die wichtigsten Punkte

  • Cannabis kann bei einer Vielzahl von chronischen Krankheiten und Gesundheitszuständen eingesetzt werden, für die konventionelle Therapien bei den Betroffenen nur wenig oder keine Erfolge erzielten. Dazu gehören unter anderem chronische Schmerzen, Depressionen, Migräne, Schlafstörungen und Endometriose.
  • Eine Cannabistherapie hat im Vergleich zu einer Schmerztherapie mit Opioiden oder Opiaten deutlich weniger und geringere Nebenwirkungen. Letztere treten meist ausschließlich zu Therapiebeginn auf.
  • In Deutschland muss medizinisches Cannabis vom Arzt verschrieben werden. Bisher sind allerdings nur wenige Haus- oder Fachärzte auf die Behandlung mit medizinischem Cannabis spezialisiert. Die telemedizinische Plattform von Algea Care löst dieses Problem und macht es Betroffenen ganz einfach, ihren Cannabis-Arzt des Vertrauens zu finden.

Was versteht man unter Cannabistherapie?

Werden Cannabisarzneimittel auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschreiben, sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, über die Anwendung dieser Cannabisarzneimittel Bericht zu erstatten. Die Zwischenergebnisse dieser sogenannten Cannabisbegleiterhebung zeigen, dass eine Behandlung mit medizinischem Cannabis in Deutschland einen oder mehrere der folgenden Cannabis Medikamente umfasst [1]:

  • Dronabinol – reines Tetrahydrocannabinol (THC)
  • Cannabisblüten – mit THC und CBD
  • Sativex® – ein Stoffgemisch aus THC und CBD
  • Cannabisextrakt – auf bestimmte Gehalte der Hauptwirkstoffe THC und CBD eingestellte Stoffgemische

Was die Verordnung von Cannabisblüten angeht, so wurden in den ersten drei Jahren nach der Zulassung von Cannabis als Medizin bevorzugt Sorten mit einem THC-Gehalt von über 20 % verschrieben. Bei der Mehrzahl der Patient:innen wurden Dosierung, Sorte und Art der Anwendung im Verlauf der Cannabistherapie angepasst.

Die Aufnahme des Cannabis fand in den meisten Fällen über die Atemwege statt. Verdampfung, Inhalation, oder das Verwenden des Vaporizers gelten dabei als gesundheitsschonende und verlässliche Möglichkeiten zur Einnahme.

Bei welchen Krankheitsbildern wird eine Therapie mit medizinischem Cannabis empfohlen?

Laut einer 2021 im Springer Link veröffentlichten Studie über die Zwischenergebnisse der Cannabisbegleiterhebung, sind 73 % der Personen, die Cannabis als Medizin in Anspruch nahmen, Schmerzpatient:innen. Weitere 10 % erhielten medizinisches Cannabis zur Behandlung von Spastik und weitere 6 % zur Therapie von Anorexie und Wasting [1].

Durch die Vielzahl an Wirkstoffen in der Cannabispflanze ist ihr therapeutischer Einsatz besonders bei chronischen Krankheiten und Gesundheitszuständen interessant, für die konventionelle Therapien bei den Betroffenen bisher erfolglos blieben. Da Cannabis auf das körpereigene Endocannabinoid System wirkt, kann medizinisches Cannabis sowohl zur Behandlung von körperlichen als auch psychischen Symptomatiken eingesetzt werden.

Auch wenn das neue Betäubungsmittelgesetz (BtMG) nicht festschreibt, bei welchen Krankheiten Cannabis als Medizin verordnet werden darf, verfügt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin über eine Liste mit einer Reihe psychischer und körperlicher Indikationen, bei denen medizinisches Cannabis unterstützend wirken kann. Dazu gehören gegenwärtig Erkrankungen wie ADHS, Migräne, chronische Schmerzen, Depressionen, Schlafstörungen, Endometriose, Multiple Sklerose, Epilepsie und Morbus Crohn.

In der Schmerztherapie: Cannabinoide können Linderung verschaffen

Schon 2016 legte eine in der National Library of Medicine veröffentlichte Studie nah, dass Schmerzpatienten und -patientinnen anstatt mit Opiaten erfolgreich mit medizinischem Cannabis behandelt werden könnten [2]. Allen voran der schmerzlindernde und entkrampfende Effekt von Cannabis scheint hier eine tragende Rolle zu spielen.

Multimedikationen mit Pharmaka und dadurch ausgelöste, starke Nebenwirkungen sind bei Schmerzpatient:innen nicht selten. Eine Cannabistherapie kann hier als Ersatz der klassischen Medikation begonnen werden, oder aber ergänzend durchgeführt werden. Wichtige Cannabinoide in medizinischem Cannabis können durch ihre Ähnlichkeit mit den körpereigenen Endocannabinoiden Schmerzimpulse im Körper blockieren. Das sind großartige Neuigkeiten für all die, die nach einer Alternative zur Behandlung chronischer Schmerzen suchen.

Cannabistherapie bei Migräne

Migräne gilt in der Medizin noch immer als Mysterium – und bisweilen als unheilbar. Außer Prävention und sanften Modalitäten wie Ausdauersport und Entspannungsübungen kann medizinisches Cannabis, so neuere Erkenntnisse, die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle eindämmen.

Vermutet wird, dass Migräne ihre Ursache in Durchblutungsstörungen und einer Störung des Botenstoffflusses im Gehirn hat. Die Auslöser für eine Attacke sind dabei individuell sehr verschieden. Medizinisches Cannabis, insbesondere Indica und Hybrid-Genetiken können bei Migräne gezielt schmerzlindernd wirken.

Cannabistherapie bei Depressionen

Wenn Antidepressive ihre Wirkung verfehlen, die Betroffenen zu sehr belasten und die Nebenwirkungen überhandnehmen, kann medizinisches Cannabis für Menschen mit Depressionen Abhilfe schaffen. Depressionen werden oft von einer Reihe von Symptomen begleitet, darunter Leistungsabfall, Appetitverlust und Schlafstörungen, aber auch Angstzustände, Traurigkeit und Suizidgedanken.

Sowohl CBD als auch THC können bei richtiger Dosierung und regelmäßiger Anwendung stimmungsaufhellend und -stabilisierend wirken. Neuere Studien zeigen, dass sich CBD an die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn bindet und dadurch einen antidepressiven Effekt erzielen kann [3].

Cannabistherapie bei Schlafstörungen

Unter Schlafstörungen begreifen sich sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafstörungen. Oftmals werden diese mit unterschiedlichen Psychopharmaka und Hypnotika behandelt, die sich in der Wirkung teilweise in die Quere kommen. Mittel, die zum schnellen Einschlafen verschrieben werden, behindern mitunter das Durchschlafen. Solche fürs Durchschlafen führen bei Betroffenen am nächsten Morgen nicht selten zu Benommenheit, Konzentrationsschwäche und Koordinationsproblemen. Das rührt daher, dass die meisten verschreibungspflichtigen Schlafmittel das Schlafprofil verändern und dadurch den Tiefschlaf und das Traumstadium unterdrücken.

Eine Behandlung mit Cannabinoiden bei Schlafstörungen könnte für viele Betroffene eine sinnvolle Alternative sein. Medizinisches Cannabis kann nicht nur für ein schnelleres Einschlafen sorgen, sondern ebenso ein längeres Durchschlafen ermöglichen – und das ohne den Folgetag zu beeinträchtigen. Schon tagsüber unterstützt medizinisches Cannabis das Nervensystem und kann dadurch das Stressempfinden reduzieren. Gerade bei Patient:innen mit chronischen Schlafstörungen ist das essenziell, da der Körper durch den Schlafmangel bereits konstant unter Stress steht.

Cannabistherapie bei Endometriose

Für viele Frauen sind die bestehenden Therapieformen für Endometriose mehr als unzufriedenstellend. Eine Behandlung mit Schmerzmitteln verbessert die Symptome nur selten und kann zu einer Reihe unerwünschter Nebenwirkungen führen. Ebenso verhält es sich mit Hormonpräparaten. Obwohl die Behandlung in der Schulmedizin weitverbreitet ist, kann ein Eingriff in das empfindliche, hormonelle Gleichgewicht für vielen Frauen schwere Konsequenzen haben. Noch drastischere Eingriffe, etwa die Entfernung der Gebärmutter, kommen nur für die wenigsten infrage.

Eine Therapie mit medizinischem Cannabis kann eine deutlich schonendere Art der Behandlung bieten, die chirurgische Eingriffe und dergleichen obsolet macht. Eine 2020 durchgeführte Studie zeigte, dass eine Behandlung mit Cannabis die Endometriosesymptome lindern konnte [4]. Die Ergebnisse schlossen neben Unterleibsschmerzen auch gastrointestinale Beschwerden, Ängste, Depressionen und Schlafstörungen ein.

Wer bekommt Cannabis vom Arzt?

In Deutschland darf seit 2017 Cannabis verschrieben werden, wenn eine konventionelle Therapie zur Behandlung eines bestimmten Krankheitsbilds entweder nicht existiert oder für den Einzelfall nicht infrage kommt.

Haus- oder Fachärzte können eine Therapie mit medizinischem Cannabis verordnen, wenn sie dadurch eine positive Veränderung des Krankheitsverlaufs oder Linderung der Symptome ihrer Patient:innen versprechen. Das heißt in der Praxis allerdings nicht selten, dass nur wenige und oft schwer kranke Patient:innen für eine Cannabistherapie mit medizinischem Cannabis infrage kommen.

In Fachkreisen gilt, dass medizinisches Cannabis nur bei klinisch erprobten Indikationen oder Indikationen mit überzeugender Evidenz eingesetzt werden sollte. Leider befindet sich die Studienlage zur genauen Dosierung und den Anwendungsbereichen von medizinischem Cannabis durch die jahrelange Kriminalisierung weltweit noch immer in den Kinderschuhen.

Cannabis Medikamente entstigmatisieren

Laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gelten Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von über 0,2 % in Deutschland als illegale Suchtmittel. Ein unkontrollierter Konsum kann sowohl zur Sucht führen, als auch negative Konsequenzen auf die psychische Gesundheit haben.

Der Grat zwischen Droge und Medizin ist – wie bei zahlreichen anderen Medikamenten – auch im Fall von Cannabis recht schmal. Die Vorurteile gegenüber Cannabis Medikamenten sind daher – auch in medizinischen Kreisen – noch immer weitverbreitet. Dass medizinisches Fachpersonal oftmals unzureichend informiert ist und Krankenkassen lieber Opiate und Opioide verschreiben lassen, ist in Deutschland leider immer noch die Norm.

Ärzte, die Cannabinoide verschreiben, sind selten

Wer sich bereits informiert hat, ob im Hinblick auf den eigenen Gesundheitszustand oder den eines Familienmitglieds eine Cannabistherapie infrage kommt, weiß, dass man sich vom Haus- oder Facharzt in Deutschland medizinisches Cannabis verschreiben lassen kann.

In der Praxis ist das allerdings nicht immer so einfach möglich. Auch wenn eine Cannabistherapie zur Behandlung einer bestimmten Symptomatik durchaus sinnvoll wäre, sind Ärzt:innen nicht immer einer Meinung mit den Betroffenen.

Mögliche Einwände durch ärztliches Fachpersonal umfassen mitunter den hohen Zeitaufwand, den die Behandlung von Cannabispatient:innen fordert, Unwissen über die aktuellen gesetzlichen Regelungen aufseiten des medizinischen Personals, und den Unwillen, für vergleichsweise wenig erprobte Therapien zu haften. Es kann auch schlicht und einfach sein, dass die jeweilige Person im ärztlichen Dienst in ihrer Praxis nicht über die notwendigen Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) verfügt.

Cannabisblüten auf Rezept – welcher Arzt?

Wie wir bereits beleuchtet haben, erfahren nur wenig Betroffene einen verständnisvollen Umgang mit ihrem Wunsch nach einer Cannabistherapie durch ihren Arzt oder ihre Ärztin. Eine kompetente Beratung vor Ort zu finden, ist kein Leichtes.

Algea Care hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, Patient:innen den Zugang zur Behandlung mit medizinischem Cannabis zu erleichtern. Das mehr als 240-köpfige Algea Care Team steht vor und während des Therapiebeginns jederzeit zur Verfügung. Das kostenlose, medizinische Screening kann vor Therapiebeginn bequem von zu Hause durchgeführt werden. Kann ein Betroffener oder eine Betroffene für eine Therapie zugelassen werden, steht ihm oder ihr innerhalb von einer Woche eine Sprechstunde mit einem medizinischen Experten an einem von 17 Standorten in Deutschland zur Verfügung.

Algea Cares Kooperations-Ärzte sind erfahrene Cannabis Spezialisten und werden laufend über die psychischen und körperlichen Behandlungsmöglichkeiten mit medizinischem Cannabis weitergebildet. Jede Therapie mit Cannabis ist damit evidenzbasiert und wird von ausgebildetem Fachpersonal geleitet. Dazu kommt, dass den Betroffenen bis zum Therapiebeginn keinerlei Kosten anfallen. Jetzt Behandlung anfragen!

FAQ

In Deutschland kann Cannabis als Therapieoption in Betracht gezogen werden, wenn andere, konventionelle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Algea Care hat angesichts dessen eine telemedizinische Plattform geschaffen, die Betroffenen einfach und schnell seriöse Beratungen durch erfahrene Cannabisärzte zur Verfügung stellt.

Cannabis kann bei verschiedenen Schmerzarten wie neuropathischen Schmerzen, Tumorschmerzen und chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Eine Cannabistherapie kann ebenso zur Behandlung von Migräne, Depressionen oder Schlafstörungen infrage kommen.

Prinzipiell darf jeder Haus- oder Facharzt in Deutschland medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben, darunter auch Cannabisblüten. In der Praxis ist es für Betroffene dennoch oftmals schwer, geschultes medizinisches Fachpersonal zu finden, das von den Vorteilen einer Cannabistherapie überzeugt ist und über das nötige Wissen verfügt.


 

Medizinischer Disclaimer

Die von Algea Care angebotene telemedizinische Unterstützung bei der Behandlung mit medizinischem Cannabis kann nicht ohne Anamnese durch einen der Kooperations-Ärzte in Anspruch genommen werden. Eine Fernbehandlung ist nicht in jedem Fall möglich, sondern nur unter den Voraussetzungen, dass bei Einhaltung anerkannter fachlicher Standards im Sinne des § 630a BGB je nach Krankheitsbild kein persönlicher Kontakt zwischen Arzt und Patient erforderlich ist. Medizinisches Cannabis kann zur Linderung der Symptomatik einer Vielzahl von Krankheiten beitragen, darunter ADHS, Migräne, chronische Schmerzen, Depressionen, Schlafstörungen, Endometriose, Multiple Sklerose, Epilepsie und Morbus Crohn. Konform mit dem Heilmittelwerbegesetz gewährleistet Algea Care jedoch keine Heilung.

Quellenangaben

1

Schmidt-Wolf, G. & Cremer-Schaeffer, P. (2021). 3 Jahre Cannabis als Medizin – Zwischenergebnisse der Cannabisbegleiterhebung. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 64, 368–377 (2021). https://doi.org/10.1007/s00103-021-03285-1

2

Boehnke, K. F., Litinas, E., Clauw, D. J. (2016). Medical Cannabis Use Is Associated With Decreased Opiate Medication Use in a Retrospective Cross-Sectional Survey of Patients With Chronic Pain. National Library of Medicine, 17(6), 739-44.

3

Sales, A. J., Crestani, C. C., Guimarães, F. S., & Joca, S. R. (2018). Antidepressant-like effect induced by Cannabidiol is dependent on brain serotonin levels. Progress in Neuro-Psychopharmacology and Biological Psychiatry, 86, 255-261.

Beitrag teilen

Das könnte dich auch interessieren