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Cannabis Wissen

Drogentest und CBD – Das muss man wissen

Cannabidiol (CBD) ist eine chemische Verbindung (Cannabinoid) aus der Cannabispflanze, der viele positive Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden nachgesagt wird. Auch THC gehört zu den Cannabinoiden, hat jedoch eine psychoaktive Wirkung, denn es erzeugt ein euphorisches Hochgefühl / einen Rauschzustand, der die motorische und kognitive Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Deshalb ist das Autofahren nach Cannabis-Konsum streng verboten und wird ab einer gewissen Menge THC (1,0 ng/ml) im Blut mit einem Bußgeld, Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot bestraft. Außerdem muss die betroffene Person eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren.

Das ist bei dem Konsum von CBD anders: CBD hat keine psychoaktive, das heißt berauschende Wirkung. Auch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass CBD bestimmte für das Autofahren relevante Fähigkeiten beeinträchtigt und deshalb die Verkehrssicherheit gefährdet. Das Autofahren nach der Einnahme von CBD ist deshalb grundsätzlich erlaubt. Dennoch stellt sich für viele Anwender die Frage, ob CBD im Körper nachweisbar ist, ob ein Drogentest möglicherweise anschlägt und worauf Sie bei der Einnahme von CBD achten sollten.

Die Einnahme von CBD und Drogentests

Cannabinoide, zu denen auch THC und CBD gehören, werden im Körperfett gespeichert und können auch noch Tage oder sogar Wochen nach der Einnahme im Urin oder im Blut nachgewiesen werden. Wie lange genau ein Nachweis erfolgen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem aber davon, ob der verwendete Test überhaupt dazu geeignet ist, CBD zu erfassen.

Drogentests, wie sie beispielsweise als Standardverfahren von der Polizei genutzt werden, werden grundsätzlich nur nach einem Anfangsverdacht durchgeführt. Bei Drogen kann ein solcher Anfangsverdacht zum Beispiel durch Ausfallerscheinungen, körperliche oder Verhaltensauffälligkeiten entstehen, dem die Polizei dann nachgeht. Sichtbare körperliche oder Verhaltensänderungen sind bei der Einnahme von CBD jedoch nicht zu erwarten, weshalb es nur wegen des CBD-Konsums keinen Grund für einen Anfangsverdacht gibt.

Die von der Polizei verwendeten Tests suchen zudem nur nach Chemikalien, die den Konsum von illegalen Substanzen belegen. Deshalb sind in der Regel auf psychoaktive Substanzen wie THC spezialisiert und erstellen kein komplettes Substanzprofil. Das heißt, dass diese Tests bei reinen CBD-Produkten in der Regel nicht anschlagen. Doch Vorsicht: Nicht alle vermeintlich reinen CBD-Produkte enthalten auch tatsächlich kein THC. Das gilt auch für Produkte, die ausdrücklich als „THC-frei“ beworben werden. Selbst in solchen Cannabisprodukten können sich kleine Mengen THC befinden, die bei einem sehr sensitiven Drogentest anschlagen.

Warum können CBD-Produkte THC enthalten?

Cannabis enthält neben CBD noch viele weitere Cannabinoide, darunter auch das psychoaktive THC, das für die berauschende Wirkung von Cannabis verantwortlich ist. Je nach Cannabissorte variiert die Menge und Zusammensetzung der Cannabinoide. Einige enthalten mehr CBD und weniger THC, bei anderen ist es umgekehrt. Aber auch die Art der Ernte und die Herkunft des Extrakts können die Zusammensetzung der CBD-Produkte verändern. Um ganz sicherzugehen, dass das gewünschte Produkt kein THC enthält und damit auch bei einem Drogentest kein positives Ergebnis liefert, müssen Sie bei der Auswahl der Produkte sehr genau hinsehen. Dabei ist zunächst zwischen Vollspektrum-CBD, Breitband-CBD und CBD-Isolat zu unterscheiden.

Vollspektrum-CBD vs. Breitband-CBD vs. CBD-Isolat

Vollspektrum-CBD-Produkte enthalten alle Verbindungen, die auch natürlich in der Cannabispflanze vorkommen. Dazu gehören neben CBD auch andere Cannabinoide (einschließlich THC) sowie Terpene und Flavonoide, die zusammen ein umfassenderes Wirkprofil aufweisen sollen als einzeln („Entourage-Effekt“). Der Anteil THC darf hierbei jedoch nicht mehr als 0,2 % betragen – so schreibt es das Gesetz vor. Allerdings könnte diese Menge bei einer entsprechend großen Dosierung theoretisch ausreichen, damit ein THC-Test anschlägt. Unabhängig davon werden die Richtwerte für den THC-Gehalt in Nahrungsergänzungsmitteln sehr oft überschritten [1], was ebenfalls zu positiven Ergebnissen in Drogentests führen kann.

Viele CBD-Öle sind jedoch sogenannte Breitband-Produkte. Diese enthalten zwar neben dem CBD ebenfalls weitere chemische Verbindungen wie Terpene und andere Cannabinoide, doch kein THC. Dieses wurde beim Herstellungsprozess komplett entfernt, sodass in diesen Produkten nur in Einzelfällen kleinste Mengen THC zurückbleiben könnten, die bei einem Drogentest vermutlich nicht auffallen würden.

Die reinste Form von CBD ist das CBD-Isolat. Es enthält keine zusätzlichen Verbindungen aus der Cannabispflanze und damit auch keine Spuren von THC. Ein Drogentest würde hier also nicht anschlagen.

Positiver THC-Test nach CBD-Konsum – ist das möglich?

Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, ist es rein theoretisch möglich, dass die Einnahme von CBD zu einem positiven Test auf THC führt. Für einen solchen Fall sind drei Erklärungen denkbar:

Es besteht die Möglichkeit einer Kreuzkontamination bei dem Herstellungsprozess. Das bedeutet, bei der Herstellung des CBD-Produkts kam es zu Kontakt mit THC, das dadurch in das CBD-Produkt gelangt ist. Das Risiko für eine solche Verunreinigung ist höher bei Herstellern, die sowohl CBD als auch THC verarbeiten. Übrigens: Natürlich ist eine Kreuzkontamination auch zu Hause möglich, wenn Sie beispielsweise hier sowohl CBD als auch THC konsumieren.

Gerade bei Produkten aus dubiosen Quellen und minderer Qualität ist zu bedenken, dass diese nicht unbedingt korrekt gekennzeichnet sein müssen. So fand eine Studie aus den Niederlanden beispielsweise heraus, dass die Etiketten bei angeblich reinen CBD-Produkten in über 20 % der Fälle nicht stimmten, sondern – entgegen der Beschriftung – sehr wohl THC enthielten [2].

Hinweis: Unabhängig von der Anwendung von CBD kann durch Passivinhalation von Marihuana eine bestimmte Menge THC in deinen Körper gelangen, die durch einen Drogentest nachgewiesen werden kann [3].

Quellenangaben

1

BfR. (2018). Tetrahydrocannabinolgehalte sind in vielen hanfhaltigen Lebensmitteln zu hoch–gesundheitliche Beeinträchtigungen sind möglich. Stellungnahme Nr. 034/2018 des BfR vom 8. November 2018.

2

Bonn-Miller, M. O., Loflin, M. J., Thomas, B. F., Marcu, J. P., Hyke, T., & Vandrey, R. (2017). Labeling accuracy of cannabidiol extracts sold online. Jama, 318(17), 1708-1709.

3

Röhrich, J., Schimmel, I., Zörntlein, S., Becker, J., Drobnik, S., Kaufmann, T., ... & Urban, R. (2010). Concentrations of Δ9-tetrahydrocannabinol and 11-nor-9-carboxytetrahydrocannabinol in blood and urine after passive exposure to cannabis smoke in a coffee shop. Journal of analytical toxicology, 34(4), 196-203.

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